Tag Image File Format

Dateiendungen: TIF, JTF (Tiff mit JPEG-Kompression)

Unterformate: Version 1.0 bis 6.0

Farbtiefe: 1 Bit schwarz/weiß, 2, 4 oder 8 Bit mit Palette, 24 oder 32 Bit pro Pixel Truecolor

Beschreibung: Das Tiff-Format (wörtlich: genormtes Format für Bilddateien) wurde von der Firma Aldus in Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt. Hauptsächlich findet es beim Datenaustausch mit DTP- und anderen Programmen Anwendung. Es wird ebenfalls von vielen Scannern standardmäßig benutzt. Das Format erlaubt wahlweise eine Komprimierung der Grafikdaten. Da jedoch dabei verschiedene Verfahren zum Einsatz kommen, gibt es häufig Probleme beim Austausch von komprimierten Tiff-Dateien zwischen verschiedenen Programmen und Computersystemen.

Kompression: Tiff-Bilder können durch viele verschiedene Verfahren komprimiert werden. Die bekanntesten sind das unkomprimierte Tiff-Format (genau wie BMP) und die sogenannte LZW-Komprimierung (vergleichbar mit GIF oder PNG). Weiterhin sind folgende Typen möglich: Huffman RLE, Packbits, Picio, SGI-RLE, Fax CCITT Group 3 und Fax CCITT Group 4. (einige dieser Unterformate erlauben maximal 1 Bit Farbtiefe) Ab der Version 6.0 des Tiff-Formates wird sogar die JPEG-Komprimierung unterstützt.

Wirklich sinnvoll anzuwenden sind lediglich unkomprimierte und LZW-komprimierte Tiff-Bilder. Erstere wegen ihrer uneingeschränkten Kompatibilität: Auch wenn ein Programm mit Kompression nicht klar kommt, können unkomprimierte Tiff-Bilder praktisch immer importiert werden. Das zweite sinnvolle Unterformat ist die LZW-Kompression. Diese dauert recht lange, bringt aber selbst bei verrauschten Fotos und Scans noch 20 bis 30 Prozent Ersparnis.

Qualität: Fast alle Unterformate arbeiten ohne Qualitätsverlust. Lediglich bei der JPEG-Kompression gehen Bildinformationen verloren. (siehe JPG)

Typische Software: Pagemaker, Designer, Photostyler, Tiff-Software

Interner Aufbau: Jede TIF-Datei beginnt mit einem 8 Byte langen Header:

OffsetBytesBeschreibung
00H2Byte Order (II=Intel, MM=Motorola)
02H2Versionsnummer (immer 2AH)
04H4Kopfzeiger auf den Beginn des ersten IFD

Die Daten innerhalb der Tiff-Datei können beliebig angeordnet sein. Der Bezug darauf wird durch die IFDs (Image File Directory) vorgenommen. Ein IFD fungiert damit als Inhaltsverzeichnis und Header auf die eigentlichen Datenbereiche. Beginnend mit dem Header sind alle IFDs durch Zeiger verkettet. Ein solcher Block ist wie folgt aufgebaut:

OffsetBytesBeschreibung
00H2Zahl der Einträge
02H12Tag 0
0EH12Tag 1
...12Tag n
...4Zeiger auf den Beginn des nächsten IFD

Die Länge eines IFDs ist variabel und wird durch die Anzahl der Tag-Einträge bestimmt. Ein Tag ist eine aus 12 Byte bestehende Datenstruktur, die zur Aufnahme von Informationen über die Bilddaten dient:

OffsetBytesBeschreibung
00H2Tag-Typ
02H2Datentyp
04H4Länge des Datenbereiches
08H4Zeiger auf den Datenbereich oder Wert

An dieser Stelle möchte ich die Beschreibung des Tiff-Formates abbrechen, denn es würde entschieden zu weit führen, sämtliche der über 90 Tag-Typen und die 12 Datentypen hier zu dokumentieren. Der interessierte Leser findet detaillierte Informationen in der im Anhang genannten Literatur.


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