
   ---+--+-++-+++ Das kleine Bitmap-Dateiformate-Handbuch +++-++-+--+---
        ---+--+-++-+++ BMP, GIF, JPG, PCX, PNG, TIF +++-++-+--+---

Grafikformat: Windows Bitmap

Dateiendungen: BMP, DIB, RLE (bei komprimierten Bitmaps)

Unterformate: RGB unkomprimiert oder RLE komprimiert

Farbtiefe: 1, 4 oder 8 Bit pro Pixel jeweils mit Palette, 16 Bit HighColor,
  24 oder 32 Bit TrueColor (16 und 32 Bit nur bei Windows 95 und NT)

Maximale Bildgre: 65536 x 65536 Pixel

Kompression: Normale BMP-Bilder sind unkomprimiert. Das Bild wird Punkt fr
  Punkt  so abgespeichert, wie es auf dem  Bildschirm zu sehen ist. Das hat
  den Vorteil, dass es extrem schnell geffnet und gespeichert werden kann.
  Aus  diesem Grund wird es intern von Windows sehr oft benutzt. Ein groer
  Nachteil von BMP-Bildern ist der extreme Platzbedarf. Auch relativ kleine
  Bilder knnen schnell mehrere Megabyte gro werden.

  Aus diesem Grund ermglicht das BMP-Format wahlweise eine RLE-Kompression
  (leider  nur  bei 16 oder 256  Farben). Dieser Algorithmus ist nur durch-
  schnittlich  effektiv.  Whrend  einfache Bilder  auf  40  bis 60 Prozent
  verkleinert  werden,  knnen sich zum  Beispiel verrauschte Fotos bis auf
  130 Prozent aufblhen.

Qualitt:  An  der Qualitt eines Bildes  ndert das BMP-Format nichts. Die
  Bildinformationen  werden genauso abgespeichert, wie  sie auf dem Monitor
  dargestellt sind.

Praktische Anwendungen:  Hintergrundbilder fr  Windows mssen unbedingt im
  Format  BMP gespeichert sein, wobei auch das Unterformat RLE erlaubt ist.
  Auch  fr  die Programmentwicklung unter  Windows  sind BMP-Bilder unver-
  zichtbar. Weiterhin eignet es sich wegen seiner hohen Geschwindigkeit zum
  temporren   Zwischenspeichern.   Wenn   ein   fertiges   Bild  endgltig
  gespeichert  wird, sollte jedoch  ein platzsparenderes Bildformat gewhlt
  werden.  GIF  oder  PNG zum Beispiel  erreichen  sehr gute Packraten ohne
  Qualittsverlust.  Und  zu guter Letzt ist  das  Grafikformat BMP oft der
  letzte Ausweg, wenn es um den Datenaustausch mit lteren Programmen geht.

Typische Software: Windows 3.x bis NT, Paintbrush, Paint, NeoPaint

Interner  Aufbau:  Eine  BMP-Datei  setzt  sich  aus  mehreren Datenblcken
  zusammen:  Datei-Header,  Bitmap-Info-Block,  Farbpalette und schlielich
  die Bilddaten.

  Datei-    Offset   Bytes   Bedeutung
  Header:   00H      2       Dateikennung 'BM'
            02H      4       Dateilnge in Byte
            06H      4       reserviert (mu 0 sein)
            0AH      4       Offset des Datenbereiches

  Dieser  Header  ist  bei  allen  BMP-Versionen  gleich.  Die im folgenden
  beschriebenen  Strukturen knnen jedoch je nach Windows-Version verschie-
  den sein.

  Bitmap-   Offset   Bytes   Bedeutung
  Info-     0EH      4       Lnge des Info-Blockes in Byte (28 00 00 00)
  Block:    12H      4       Breite des Bildes in Pixeln
            16H      4       Hhe des Bildes in Pixeln
            1AH      2       Farbebenen (mu 1 sein)
            1CH      2       Zahl der Bits pro Pixel
            1EH      4       Typ der Komprimierung (normalerweise 0)
            22H      4       Gre des Bitmap-Datenbereiches in Byte
            26H      4       horizontale Auflsung
            2AH      4       vertikale Auflsung
            2EH      4       Zahl der benutzten Farben (normalerweise 0)
            32H      4       Zahl der wichtigen Farben (normalerweise 0)

  Der  Komprimierungstyp  ist bei unkomprimierten  BMP-Dateien immer 0. Die
  Zahlen  1 und 2 geben eine RLE-Kodierung fr  Bilder mit 8 bzw. 4 Bit pro
  Pixel an. Der Wert 3 beschreibt eine unkomprimierte Bitfeld-Kodierung bei
  Bildern mit 16 oder 32 Bit pro Pixel.

Farbpalette: Nach diesen Datenblock folgt, wenn bentigt, eine Farbtabelle.
  Darin  wird  jede Farbe mit  4 Bytes kodiert:  Blau-, Grn- und Rotanteil
  sowie  ein  reserviertes Nullbyte. Die  Lnge  der Palette berechnet sich
  also  nach  der  Formel  'Anzahl der Farben * 4'.  Die Farbanteile knnen
  Werte  von 0 bis 255 annehmen, so ergeben sich ber 16 Millionen mgliche
  Kombinationen. Einige Besonderheiten sind zu beachten:

  Auch  Bitmaps mit nur einem Bit Farbtiefe (monochrom) besitzen eine Farb-
  palette.  Zur  Darstellung  des Bildes  werden  die  ersten beiden Farben
  benutzt.  Normalerweise sind das Schwarz und Wei, aber auch alle anderen
  der  16  Millionen  Farben sind denkbar!  Mir  ist  zur Zeit kein Grafik-
  programm bekannt, das diese Mglichkeit nutzt. Es ist jedoch sehr einfach
  machbar,  z.B.  mit einem Hex-Editor  bei Offset 36H die voreingestellten
  Werte zu verndern.

  Bei  TrueColor-Bilder  kann die Farbpalette  komplett entfallen. Wenn sie
  jedoch  vorhanden  ist,  wird  zustzlich bei  Offset  2EH  die Gre der
  Palette gespeichert.

Datenbereich:  Bei unkomprimierten BMP-Dateien  werden die Bitmapdaten ganz
  einfach   zeilenweise  abgespeichert.  Allerdings  -  und  das  ist  eine
  Besonderheit  -  wird  dabei mit der  untersten  Zeile begonnen. Das Bild
  steht  praktisch auf dem Kopf und  mu jedesmal umgedreht werden. Wichtig
  ist  ebenfalls,  dass jede Bildzeile  bei  einer 32-Bit-Grenze enden mu.
  berschssige  Bits  am rechten Bildrand  werden  gegebenenfalls mit Null
  aufgefllt. (gilt auch fr komprimierte Bitmaps)

  Bilder  mit  4  oder  8 Bit pro  Pixel  knnen  alternativ mit einem RLE-
  Algorithmus   komprimiert  werden.  Auch   dabei  werden  die  Bildzeilen
  nacheinander  kopfstehend bearbeitet. Die  Komprimierung selbst ist recht
  einfach zu entschlsseln. Folgen gleicher Bits werden in 2 Bytes kodiert.
  Dabei  gibt das erste Byte an, wie  oft das zweite Byte wiederholt werden
  soll. So wird zum Beispiel aus der Sequenz '03 B4' die Folge 'B4 B4 B4'.

  Ist  das  erste  Byte  einer  Sequenz  dagegen  mit  00H  belegt,  liegen
  unkomprimierte  Bildpunkte  vor. Es folgen darauf  ein Zhler (Zahl von 3
  bis  255)  sowie die entsprechende  Menge unkomprimierter Bytes. Wenn der
  zweite  Wert mit der Zahl 0, 1 oder 2 belegt ist, sind die Daten wiederum
  anders zu interpretieren. Die Sequenz  '00 00'  beschreibt das Ende einer
  Zeile,  mit '00 01' wird das Ende der Bitmap markiert. Die Sequenz '00 02
  xx yy'  wird als  Delta-Record bezeichnet.  Die Zahlen x und y definieren
  einen  relativen Offset in Bildpunkten ab  der aktuellen Position, an der
  der  nchste Bildpunkt auszugeben ist. Somit ergeben sich zusammenfassend
  die folgenden Sequenzen:

  00 00               Ende einer Zeile
  00 01               Ende des Bildes
  00 02 xx yy         Delta-Record (Verschiebung zu einem relativen Offset)
  00 nn dd dd ..      Eine bestimmte Anzahl n unkomprimierte Bilddaten d
  nn dd               Eine bestimmte Anzahl n komprimierte Bilddaten d

                       ---+--+-++-+++++++-++-+--+---

Grafikformat: Graphics Interchange Format

Dateiendung: GIF

Unterformate: Version 87a und 89a

Farbtiefe: 1, 4 oder 8 Bit pro Pixel jeweils mit Palette

Maximale Gre: 16000 x 16000 Pixel

Kompression:  GIF-Bilder  werden mit  dem LZW-Algorithmus komprimiert (auch
  LZ78  genannt, benannt nach den Erfindern  Lempel, Ziv und Welch). Dieser
  Algorithmus  baut eine Tabelle mit  Zeichenketten auf, die sich innerhalb
  der  Bilddaten  wiederholen. In der  Ausgabedatei wird dann lediglich ein
  Index auf die Daten in der Tabelle gespeichert.

  Das  Bild wird zeilenweise abgetastet  und gespeichert. Diese Information
  ist nicht unwesentlich: Durch geschicktes Entfernen von einzelnen Punkten
  in der Horizontalen kann ein GIF-Bild optimal komprimiert werden.

  Besonders  effektiv  ist die Kompression  bei  Bildern mit einer geringen
  Farbtiefe  von  1 Bit (2 Farben) oder  4 Bit pro Pixel (16 Farben). Meine
  Tests  ergaben  dabei eine durchschnittliche  Verkleinerung der Datei auf
  nur noch 15 Prozent der Originalgre. (verglichen mit BMP)

  Bei Bildern mit der maximalen Farbtiefe von 8 Bit (256 Farben) werden die
  Dateien  auf 40 bis 50 Prozent  verkleinert. Das liegt sicher auch daran,
  dass diese Bilder ganz einfach mehr Informationen enthalten - schlielich
  stehen mehr Farben zur Verfgung.

Qualitt:  Auch  das GIF-Format speichert  die  Bilddaten 100-prozentig und
  ohne  Qualittsverlust.  Der einzige Haken  knnte  die geringe Farbtiefe
  sein: GIF untersttzt wie gesagt maximal 256 Farben. Wenn nun ein 24-Bit-
  Bild  mit 16 Millionen Farben im GIF-Format gespeichert werden soll, dann
  reduziert  das  Grafikprogramm  die Farbtiefe  auf  nur  noch 256 Farben.
  Manchmal  geschieht das sogar vollautomatisch und fhrt so zu bsen ber-
  raschungen beim ffnen der Datei. Merke: Das Reduzieren der Farben sollte
  der  Anwender  selbst  erledigen.  Wenn  das  Bild  seine  hohe Farbtiefe
  behalten soll, empfiehlt sich ein anderes Format (z.B. PNG).

Animation: Das GIF-Format bietet einige Spezialitten, die sonst nur wenige
  Bitmapformate  beherrschen.  Sehr interessant  ist sicher die Mglichkeit
  zur  Animation. Dabei werden innerhalb einer GIF-Datei mehrere Bilder (ab
  Version 87a) und zustzliche Informationen gespeichert. Die Zeit zwischen
  den  Einzelbildern  kann getrennt pro  Bild definiert werden (nur Version
  89a)  und es ist sogar mglich,  auf einen Tastendruck zu warten. Nachdem
  das letzte Bild dargestellt wurde, kann die Animation stehenbleiben, sich
  wiederholen oder der Hintergrund wird wieder hergestellt.

  Wissenswert  ist, dass  bei einer  GIF-Animation  jedes Teilbild getrennt
  komprimiert  wird.  Das  erklrt, warum  sich  auch eine kleine Animation
  schnell auf 100 Kilobyte aufblhen kann. Es existiert jedoch eine Option,
  mit  deren  Hilfe  die  Datenmenge  verringert  werden  kann.  Dabei wird
  lediglich das erste Bild komplett gespeichert - alle weiteren Animations-
  phasen beinhalten nur den Bildteil, der sich verndert hat.

Interlaced:   Eine  andere  Besonderheit,  die  fast  jedes  Grafikprogramm
  beherrscht, sind interlaced-GIFs. Dabei wird das Bild nicht von oben nach
  unten  gespeichert, sondern es wird in  acht Durchlufen nur jeweils jede
  achte Zeile dargestellt. Dies ist besonders im Internet vorteilhaft, weil
  bereits  nach einem Bruchteil der  bertragungszeit das gesamte Bild grob
  erkennen  ist.  Ein  Nachteil dieses  Verfahrens  sei nicht verschwiegen:
  Interlaced  GIFs  knnen  unter Umstnden  etwas  grer sein als normale
  (sequentielle) GIF-Dateien.

Transparenz:  Eine  weitere,  im Internet  oft  genutzte  Mglichkeit, sind
  transparente  GIF-Bilder. Dabei wird eine whlbare Farbe des Bildes nicht
  auf   dem  Monitor  dargestellt.  So   kann  z.B.  das  Hintergrundmuster
  durchscheinen.  Wenn  ein  solches Bild  gezeichnet  wird, sollte fr die
  transparenten  Stellen  eine auffllige Farbe  benutzt  werden, die sonst
  nirgendwo im Bild vorkommt.

Praktische  Anwendung:  GIF  ist auch  heute  noch  der Standard berhaupt.
  Obwohl es mit maximal 256 Farben arbeitet, bietet es doch viele Vorteile:
  Eine  sehr  gute  verlustfreie  Kompression,  Animation,  Transparenz und
  andere  Mglichkeiten, die besonders im Internet sinnvoll erscheinen. Und
  wenn  die Eigenheiten des Formates beachtet  werden, dann ist es wirklich
  sinnvoll anwendbar.

  Wie  bereits  beschrieben,  sollten  GIF-Bilder  mglichst  wenige Farben
  enthalten,  weil sie sich dann am besten komprimieren lassen. Leider sind
  die  Ergebnisse,  die  viele Pixelprogramme  beim  Reduzieren  der Farben
  produzieren,  selten  sehenswert. Hier sollten  die  Farben mit Hilfe von
  speziell  angefertigten  Paletten  reduziert  werden.  Im  Paint Shop Pro
  bieten  sich dafr die  Pipette  und die  Funktionen  'Palette speichern/
  laden'  an.  Beispielsweise  kann so  verfahren  werden:  Zuerst wird ein
  neues,  kleines  Truecolor-Bild erstellt. Dann  wird mit der Pipette eine
  Farbe aus dem Originalbild gewhlt, und mit dieser Farbe ein Punkt in das
  neue  Bild  gezeichnet.  Das  wird mit  allen  wichtigen  Farben  aus dem
  Originalbild  gemacht, wobei man sich  auf maximal 16 beschrnken sollte.
  Nun  knnen  die  Farben des  kleinen  Truecolor-Bildes auf 16 reduzieren
  werden  -  dabei sollten kaum  Farbvernderungen  auftreten.  Nachdem nun
  diese neue Palette gespeichert wurde, kann sie auf das ursprngliche Bild
  angewendet  werden.  Dabei  ist besonders  wichtig,  dass keine Rasterung
  (dither, diffusion) verwendet wird!

  Eine weitere Mglichkeit bietet sich vor allem fr das Internet an. Durch
  Importieren  der  CLUT-Palette  wird  das  verrauschte  oder  verflschte
  Aussehen  der  Bilder  auf  Bildschirmen  mit  nur  256 Farben weitgehend
  vermieden.

  Fotos   oder  verrauschte  Scans  sollte  man  mglichst  nicht  als  GIF
  speichern.   Der   LZW-Algorithmus  kann   dort  keine  Bildinformationen
  zusammenfassen.  Die  entstehende  Datei kann  unter  Umstnden bis zu 40
  Prozent grer sein als ein unkomprimiertes BMP-Bild.

Geschichte:  Compuserve  entwickelte  das  'Graphic  Interchange Format' im
  Jahre 1987 um Bilder mglichst schnell und plattformunabhngig bertragen
  zu  knnen.  Die dafr ntige gute  Kompression und die Mglichkeiten zur
  Animation  und  Transparenz  machten das  GIF-Format  neben  JPG bald zum
  allgemeinen Standard im Internet.

  Am 1. Januar 1995 gaben Unisys  und Compuserve pltzlich bekannt, dass ab
  sofort  Programme,  die GIF-Bilder anzeigen  oder  speichern, eine Lizenz
  erwerben  mssen.  Die Unisys-Corporation besitzt  nmlich das Patent fr
  die  verwendete LZW-Kompression. Diese Regelung  gilt fr alle Programme,
  die  nach  dem  1.  Januar 1995  entwickelt  wurden  und mit denen Gewinn
  gemacht wird. Nur in Freeware, Public Domain und andere kostenloser Soft-
  ware  darf  die LZW-Kompression und  somit  auch das GIF-Format weiterhin
  kostenlos verwendet werden.

  Als   Antwort   auf  diese  fragwrdige   Politik  wurde  das  PNG-Format
  entwickelt,  das keinerlei Lizenzrechten unterliegt  und auch sonst viele
  Vorteile gegenber GIF bietet.

Typische  Software:  Autodesk  Animator,  GIF  Construction  Set, Gifmerge,
  LView, Vgif und natrlich alle Internet-Browser

Interner  Aufbau: Eine GIF-Datei besteht  aus mehreren Blcken zur Aufnahme
  der Daten. Einige dieser Blcke sind zwingend erforderlich, andere knnen
  entfallen. Jede GIF-Datei beginnt mit folgendem Header:

  Offset    Bytes    Beschreibung
  00H       3        Signatur 'GIF'
  03H       3        Version '87a' oder '89a'
  06H       2        Breite des logischen Bildschirmes (bzw. des Bildes)
  08H       2        Hhe des logischen Bildschirmes (bzw. des Bildes)
  0AH       1        Resolution Flag (enthlt u.a. die Farbtiefe)
  0BH       1        Hintergrundfarbe (normalerweise 0)
  0CH       1        Verhltnis der Bildabmessungen (normalerweise 0)

  Das  'Resolution Flag' enthlt mehrere  Informationen: Wenn Bit 7 gesetzt
  ist, folgt nach dem Header eine globale Farbpalette. In den Bits 0-2 wird
  die Farbtiefe gespeichert.

  Normalerweise  folgt ab Offset 0DH eine globale Farbtabelle, die fr alle
  Bilder  innerhalb  der GIF-Datei benutzt  wird (wichtig fr Animationen).
  Fr  jede Farbe des Bildes werden drei Zahlenwerte gespeichert: Rot, Grn
  und Blau. Die Lnge dieser Tabelle berechnet sich aus der Farbtiefe.

  Achtung!  Auch  bei Bildern mit nur  einem  Bit Farbtiefe (2 Farben) wird
  eine  Palette gespeichert! Mit Hilfe eines Hex-Editors knnen die vorein-
  gestellten  Farben  Schwarz und Wei  durch  andere ersetzen werden. Dazu
  werden  lediglich  bei Offset 0DH  die  Zahlen verndert. (voreingestellt
  sind '00 00 00' fr Schwarz und 'FF FF FF' fr Wei)

  An  die Farbpalette schlieen sich weitere  Blcke an, die ich hier nicht
  nher beschreiben mchte:  Extension-Block  (optional, enthlt Informati-
  onen ber Anzahl und Gre der Teilbilder), Image Descriptor-Block (Gre
  und Verschiebung eines Teilbildes),  Local Color Map (optional, fr jedes
  Teilbild  eine  getrennte Palette),  Extension-Block  (optional fr jedes
  Teilbild)   und  der  Raster   Data-Block  (die  eigentlichen  Bilddaten,
  komprimiert nach dem LZW-Verfahren).

  Weitere  Spezialitten,  die  nur  von  sehr  wenigen  Programmen genutzt
  werden,  sind:  Die Speicherung von  Kommentaren  innerhalb der GIF-Datei
  (z.B.  Author, Copyright etc.), die Ausgabe  von Text (unabhngig von den
  Bitmapdaten!),  die  Identifikation  des  Programmes,  mit  dem  ein Bild
  erstellt wurde und weitere, anwendungsspezifische Daten.

  Das  letzte Byte jeder GIF-Datei ist  der sogenannte GIF-Terminator - ein
  einfaches Semikolon (Code 3BH).

                       ---+--+-++-+++++++-++-+--+---

Grafikformat: JPEG File Interchange Format

Dateiendungen: JPG, JIF

Farbtiefe: 8 Bit Graustufen oder 24 Bit Truecolor

Maximale Bildgre: 65536 x 65536 Pixel

Beschreibung:  Das  Dateiformat JPEG steht  fr  'Joint Photographic Expert
  Group'  und  wurde von C-Cube  Microsystems entwickelt. Trotz hoher Farb-
  tiefe  bringt  man mit JPEG gescannte  Bilder oder Fotos platzsparend auf
  der   Festplatte  unter.  Mglich  macht   das  eine  ausgefeilte  Daten-
  kompression,  die jede Bilddatei auf ein Minimum schrumpft. Dies ist auch
  der  Grund fr die Popularitt des Formates. Im Internet sind schtzungs-
  weise 70 Prozent aller Bilder als JPEG gespeichert.

Kompression  und  Qualitt:  Diese Aspekte  lassen  sich  nicht trennen, da
  speziell beim JPEG-Format ein enger Zusammenhang zwischen Kompression und
  Qualitt besteht. Zuerst eine kleine technische Erklrung:

  Zur  Kompression wird jedes Bild in Blcke aufgeteilt, die 8x8 Bildpunkte
  gro  sind. Zunchst mu jeder Block eine diskrete Cosinus-Transformation
  (DCT)  ber  sich  ergehen lassen. Sinn  und  Zweck dieser bung ist, die
  Farbnderungen von Block zu Block zu erfassen. Im zweiten Schritt erfolgt
  ber alle  8x8-Blcke eine  sogenannte Farbquantisierung:  Der Komprimie-
  rungsalgorithmus  versucht  herauszufinden,  welche  Farbunterschiede von
  Block  zu Block fr das Auge  erkennbar sind und welche nicht. Farbunter-
  schiede  zwischen benachbarten Blcken, die das Auge nicht erkennen kann,
  sind  redundant und werden unter den  Teppich gekehrt. Im letzten Schritt
  werden  die briggebliebenen Blcke auf  herkmmliche Art komprimiert und
  abgespeichert.

  Die Strke der Kompression wird je nach Grafikprogramm verschieden einge-
  stellt.  Beim  Paint Shop Pro beispielsweise kann  eine Zahl von 1 bis 99
  gewhlt werden  -  dabei bedeuten kleine  Zahlen  gute Qualitt und groe
  Zahlen  erzeugen besonders kleine Dateien. Andere Programme lassen Zahlen
  von  0  bis 255 zu (teilweise  mit  umgekehrtem Effekt) und manche bieten
  sogar  Schieberegler an. Einige Programme (z.B. Corel PhotoPaint) stellen
  ein  ganzes  Sammelsurium an Funktionen  und  Optionen zur Verfgung. Bei
  allen Mglichkeiten sollte man jedoch nicht bertreiben. Strker als etwa
  20  Prozent des Machbaren sollte ein  Bild nicht komprimiert werden, weil
  sonst  die  Qualitt zu schlecht  wird. Speziell bei feinen Farbverlufen
  und subtilen Hauttnen entstehen dann schnell grobe Flecken und Blcke.

  Schlimmer  noch: Wer mehrfach hintereinander ein JPEG-Bild auf Festplatte
  sichert,  der  erlebt  bei jedem  Speichern  ein  weiteres Schrumpfen von
  Dateigre  und Qualitt.  Die wichtigste  Regel lautet also:  Das Datei-
  format  JPG  darf nur  einmalig  benutzt  werden,  um ein  Bild in seiner
  endgltigen Form  abzuspeichern.  Whrend man  daran arbeitet, sollte man
  unbedingt  ein Format ohne Qualittsverlust benutzen. Sehr empfehlenswert
  ist zum Beispiel PNG.

  Ebenfalls  mglich ist, das JPG-Format mit einer sehr geringen Kompressi-
  onsstufe  zu  verwenden. Selbst bei  der niedrigsten Einstellung wird die
  JPG-Datei auf etwa die Hlfte komprimiert  - und das fast ohne Qualitts-
  verlust. (aber eben nur fast)

Geschwindigkeit:  Das  Speichern  und ffnen  von  JPG-Bildern  ist in etwa
  gleich  zeitraubend.  Bei  greren Bildern kann  es  mitunter  10 bis 30
  Sekunden  dauern. Dieser Zeitbedarf ist auch von der gewhlten Kompressi-
  onsstufe relativ unabhngig.

Besonderheiten:  Das  sogenannte  progressive  JPEG-Format  erlaubt mehrere
  'Scans'  in einem Bild:  Nach und nach  baut sich das Bild als Mosaik aus
  quadratischen  Feldern  auf,  sie  werden  beim  Laden  immer kleiner und
  schrfer.  Die  Dateigre nimmt bei  einem progressiven JPEG nur minimal
  zu, da lediglich zustzliche Steuerflags notwendig sind, die eigentlichen
  Bildinformationen vermehren sich nicht.

  JPG-Dateien  knnen zustzlich ein verkleinertes Vorschaubild (Thumbnail)
  mit  einer  maximalen Gre von  255x255  Pixeln enthalten. Die Bilddaten
  dieses Vorschaubildes knnen entweder unkomprimiert oder JPEG-komprimiert
  gespeichert sein.

Praktische  Anwendung:  Das JPG-Format eignet  sich besonders fr Fotos und
  gescannte  Bilder. Diese besitzen von Anfang  an eine sehr hohe Farbtiefe
  und  ein leichtes Rauschen. Und genau  bei solchen Bildern kann die JPEG-
  Kompression  ihre volle Wirkung entfalten. Mit den verschiedenen Kompres-
  sionsstrken  sollte  ein wenig experimentiert  werden, da die Ergebnisse
  selten  vorhersehbar  sind.  Als Grundlage  fr  solche  Experimente wird
  sinnvollerweise  ein 'sauberes' Bild verwendet,  das in einem Format ohne
  Qualittsverlust gespeichert war (z.B. PNG oder TIF).

  Vllig  ungeeignet  ist  das JPG-Format  fr  technische  Zeichnungen und
  Cartoons. Bei solchen Bildern treten eklatante Qualittsverluste auf, die
  besonders  bei  Linien und harten Kanten  sehr strend wirken. Ich mchte
  das an einem Beispiel erlutern:  Ein Cartoon wurde aus einer Zeitschrift
  gescannt.  Das Bild hat jetzt eine viel zu hohen Farbtiefe von 24 Bit (16
  Millionen  Farben).  Das JPG-Format bietet  sich bei dieser Farbtiefe an,
  also  wird es benutzt. Wenn jedoch die Farben des Bildes reduziert werden
  (oft  gengen  16  Farben  oder  weniger),  dann  kann  es  z.B.  als GIF
  gespeichert werden. Die so entstandene Datei ist oft zehn mal kleiner und
  sieht besser aus als das vergleichbare JPG-Bild!

  Ein hnlicher Fehler, der oft gemacht wird, ist folgender: GIF-Bilder mit
  16 oder sogar nur 2 Farben werden in das JPG-Format konvertiert, weil der
  Anwender glaubt, JPG komprimiert besser als GIF. Doch genau das Gegenteil
  ist  der  Fall:  Um das Bild im  JPG-Format  speichern zu knnen, mu die
  Farbtiefe  auf  24 Bit pro Pixel  erhht  werden. Ein 16-Farben-Bild wird
  somit sechs mal grer. Nun erfolgt die JPEG-Kompression, doch diese kann
  das  Bild in den seltensten Fllen  auf ein Sechstel verkleinern. Am Ende
  ist  die  JPG-Datei  zwei- bis fnfmal  grer  als  das GIF-Bild und die
  Qualitt ist sichtbar vermindert.

Typische  Software:  JPG-Dateien knnen  praktisch von jedem Grafikprogramm
  erzeugt und/oder gelesen werden. Und natrlich mu jede Internet-Software
  dieses Format anzeigen knnen.

Interner  Aufbau:  JPG-Dateien sind in  viele  verschiedene Segmente unter-
  teilt,  die  teilweise optional sind.  Das  erste Segment jeder JPG-Datei
  enthlt  keine  Daten,  sondern lediglich  die  zwei  Byte lange Signatur
  FFD8H.  Auch das Ende der Datei wird durch eine hnliche Signatur (FFD9H)
  gekennzeichnet.  Das  zweite Segment jeder  JPG-Datei  ist das sogenannte
  Application Marker-Segment, das wie folgt aufgebaut ist:

  Offset   Bytes   Beschreibung
  00H      2       Signatur FFE0H
  02H      2       Segmentlnge (ohne die zwei Bytes der Signatur)
  04H      5       Signatur 'JFIF' zur Identifikation einer gltigen Datei
  09H      2       Version
  0BH      1       Einheit fr die Auflsung
  0CH      2       horizontale Auflsung des Bildes
  0EH      2       vertikale Auflsung des Bildes
  10H      1       Breite des Thumbnails (normalerweise 0)
  11H      1       Hhe des Thumbnails (normalerweise 0)
  12H      3*n     RGB-Werte des Thumbnails

  (alle  Offset-Angaben relativ zum Segment)  Die Versionsnummer teilt sich
  in  zwei  Bytes. Die Hauptversion ist  normalerweise  01H, fr die Unter-
  version  sind z.B. 01H oder 02H zugelassen. Die Einheit fr die Auflsung
  kann  drei verschiedene Werte annehmen:  0=keine, 1=Punkte pro Zoll (dpi)
  oder   2=Punkte  pro  Zentimeter.  Sind  die  horizontale  und  vertikale
  Auflsung  eines  Bildes  unterschiedlich,  so  kann  daraus  ein Seiten-
  verhltnis errechnet werden.

  Auch  alle  anderen,  teilweise optionalen  Segmente  beginnen  mit einer
  Signatur und der Lngenangabe. Auf diese Weise knnen unwichtige Segmente
  (z.B. ein Thumbnail)  leicht bersprungen werden.  Die eigentlichen Bild-
  informationen  sind im 'Start of Frame Marker-Segment' enthalten.  Dieses
  hat folgenden Aufbau:

  Offset   Bytes   Beschreibung
  00H      2       Signatur FFC0H
  02H      2       Segmentlnge (ohne die zwei Bytes der Signatur)
  04H      1       Auflsung (data precision)
  05H      2       Bildhhe in Pixel
  07H      2       Bildbreite in Pixel
  09H      1       Zahl der Komponenten (1=Graustufen, 3=Truecolor)
  0AH      1       ID der ersten Komponente
  0BH      1       Abtastfaktor (Bit 0-3: vertikal, Bit 4-7: horizontal)
  0CH      1       Nummer Quantisierungstabelle
  0DH      1       ID der zweiten Komponente
  0EH      ...     ...

  Hier  mchte ich die Beschreibung des JPG-Formates beenden. Nur noch eine
  grundlegende   Information:  JPEG-Grafiken   werden  im  YCbCr-Farbmodell
  gespeichert. Dieses Farbmodell erlaubt eine Reduzierung der Informationen
  in  der Farbebene (Crominanz), whrend die Helligkeit (Luminanz) erhalten
  bleibt.  Die RGB-Farben lassen sich mit  einfachen Formeln linear aus dem
  YCbCr-Farbmodell ableiten.

                       ---+--+-++-+++++++-++-+--+---

Grafikformat: ZSoft PC Paintbrush

Dateiendung: PCX

Unterformate:  Version 2.5, 2.8 und 3.0 (Viele Programme zeigen nicht diese
  Versionen, sondern die im Header gespeicherten Bytewerte 0, 2 und 5.)

Farbtiefe: Bei Version 2.5 sind lediglich Schwarz/Wei-Bilder mit 1 Bit pro
  Pixel  zugelassen. Bei Version 2.8 sind bis zu 4 Bit (16 Farben) mglich.
  Die  heute benutzte Version 3.0 beherrscht  auerdem 256 und 16 Millionen
  Farben.

Maximale Bildgre: 65536 x 65536 Pixel

Kompression:  Mittelmig  bis gut.  Beim  PCX-Format  wird  jede Zeile des
  Bildes   getrennt  komprimiert.  Dabei   werden  nebeneinander  liegende,
  gleichfarbige  Punkte zusammengefat. Wenn das Bild z.B. viele einfarbige
  Flchen und nur wenige Farben besitzt, dann lt es sich mit PCX sehr gut
  verkleinern.  Wenn  jedoch eingescannte, verrauschte  Bilder  als PCX ge-
  speichert werden, knnen durchaus Dateien mit ber 100% Gre entstehen!

Qualittsverlust:  Es gehen keinerlei Bildinformationen verloren. Auch sehr
  geringe Farbunterschiede werden 100-prozentig abgespeichert.

Geschichte:  Das  PCX-Format wurde ursprnglich  fr das Grafikprogramm PC-
  Paintbrush  der  Firma  ZSoft entwickelt.  Durch  die  Komprimierung, die
  leicht  programmiert  werden kann, ist  es schnell sehr beliebt geworden.
  Heute  kann  praktisch  jedes Programm  dieses  Format lesen. Hufig wird
  gertselt,  was  die  Abkrzung PCX  bedeutet.  Vermutlich  steht sie fr
  'Picture Exchange', was etwa Bilderaustausch bedeutet.

Praktische  Anwendung: Es gibt nur noch  wenige Grnde, weshalb das Grafik-
  format  PCX  benutzt  werden  sollte. Das  relativ  neue  PNG bietet mehr
  Optionen  bei einer wesentlich besseren Komprimierung. Wenn es allerdings
  um  Fragen  der Kompatibilitt geht,  ist  das PCX-Format unangefochtener
  Spitzenreiter.   Weil  die  einfache   Kompression  keinen  Lizenzrechten
  unterliegt  und  sie  sich sehr  leicht  programmieren  lt, beherrschen
  selbst  sehr alte Programme dieses  Format. Eine weitere Anwendung ergibt
  sich aus den gleichen Grnden: In selbst geschriebenen Programmen ist PCX
  ideal.

Typische Software: PC-Paintbrush, NeoPaint, Publisher

Interner  Aufbau:  Jede  PCX-Datei  besitzt  einen  einheitlich aufgebauten
  Header von 128 Bytes Lnge. (alle Zahlen in dezimaler Schreibweise)

  Offset  Bytes  Beschreibung
  0       1      Identifikationsbyte 0AH
  1       1      Dateiversion (0=Version 2.5, 2=Version 2.8 mit Palette,
                 3=Version 2.8 ohne Palette, 5=Version 3.0)
  2       1      Flag fr Komprimierung (0=unkodiert, 1=RLE-Kodierung)
  3       1      Bits pro Ebene (1, 2 oder 8)
  4       8      Koordinaten des Bildes als Worte (Xmin, Ymin, Xmax, Ymax)
  12      2      horizontale Auflsung in dpi
  14      2      vertikale Auflsung in dpi
  16      48     Farbpalette fr 16 Farben (jeweils Rot, Grn und Blau)
  64      1      reserviert
  65      1      Zahl der Farbebenen (1, 3 oder 4)
  66      2      Bytes pro Bildzeile (gerade Zahl)
  68      2      Palettendaten (1=s/w oder Farbe, 2=Graustufen)
  70      58     Leerbytes zum Auffllen des Headers

  Das  erste  Byte  dient zur  Identifikation  einer gltigen PCX-Datei und
  sollte  immer den Wert 10 (0AH)  besitzen. Das Flag fr die Komprimierung
  ist immer auf 1 gesetzt, denn unkomprimierte PCX-Datei htten wenig Sinn.
  Besonders  wichtig  sind  die Koordinaten bei  Offset 4.  Obwohl die dort
  gespeicherten  Werte Xmin und Ymin praktisch immer auf Null gesetzt sind,
  sollten sie zur Berechnung der Bildgre herangezogen werden.

  Bei  Offset 66 wird die Anzahl der Bytes pro Bildzeile gespeichert. Diese
  Zahl  mu immer gerade sein - notfalls mssen berschssige Bits mit Null
  aufgefllt werden. Das Gleiche gilt fr die Zeilenzahl des Bildes - diese
  sollte  durch 8 teilbar sein. Bei  ffnen der Datei mssen diese Fllbits
  dann wieder abgeschnitten werden.

Farbpalette:  Aus  den Werten bei Offset 3  (Bits  pro Ebene) und Offset 65
  (Ebenen)  kann  die  Farbtiefe  des  Bildes  berechnet  werden.  Mgliche
  Kombinationen sind:

  Bits pro Ebene     Farbebenen     Beschreibung
  1                  1              Monochromes Bild mit 2 Farben
  2                  1              CGA-Bild mit 4 Farben
  1                  3              EGA-Bild mit 8 Farben (kaum benutzt)
  1                  4              EGA/VGA-Bild mit 16 Farben
  8                  1              VGA-Bild mit 256 Farben
  8                  3              TrueColor Bild mit 16 Millionen Farben

  In der Palette bei Offset 16 knnen maximal 16 Farben gespeichert werden.
  Jede  Palettenfarbe  wird  mit  ihren  Farbanteilen  Rot,  Grn  und Blau
  definiert. Die Zahlen knnen Werte von 0 bis 255 annehmen.

  Fr  Bilder  mit  256 Farben ist  diese  Palette nicht ausreichend. Darum
  wurde  ab der Version 3.0 eine neue Mglichkeit geschaffen: Die Paletten-
  daten  werden  zusammen  mit  einem Signaturbyte  an  das  Ende der Datei
  angehngt.  Dieser 769 Byte groe Block  enthlt die Signatur 0CH und 256
  Eintrge  zu je 3 Byte.  Auch hier  knnen die Farbanteile  Rot, Grn und
  Blau Werte von 0 bis 255 annehmen.

Kodierung  der  Bilddaten:  An den Header  schlieen sich die Bilddaten an.
  Jedes  Bild  wird  zeilenweise abgetastet  und  in seine Farbebenen (Rot,
  Grn, Blau und Intensitt) zerlegt.  Dann werden  alle Bits in der ersten
  Zeile  der  roten  Farbebene  wortweise  zusammengefat  und gespeichert.
  Unbelegte  Bits  im  letzten Wort  werden  mit 0 aufgefllt. Anschlieend
  folgt die Abspeicherung der ersten Zeile der grnen Farbebene, der blauen
  Ebene  und der Intensittsinformation.  Erst danach kann die zweite Zeile
  der roten Ebene gespeichert werden.

RLE-Komprimierung:  Jede  Farbebene  wird  getrennt  komprimiert. Die Bytes
  darin  sind wie  folgt zu lesen:  Sind  die beiden  oberen Bits (6 und 7)
  eines  Bytes gesetzt, liegt eine komprimierte Information vor. Die Bits 0
  bis 5  werden dann  als Zhler interpretiert, die den Wiederholungsfaktor
  fr  das  im folgenden Byte gespeicherte  Muster angeben. Sind die beiden
  oberen  Bits  eines Bytes nicht gesetzt,  liegt ein reines Datenbyte vor.
  Die Bits 0 bis 7 lassen sich dann direkt als Bilddaten verarbeiten.

  Das  heit:  Bei  der  Speicherung  unkomprimierter  Bytes  ist darauf zu
  achten,  dass die beiden oberen Bits  der  Pixelfolge auf 0 gesetzt sind.
  Datenbytes,  bei  denen diese Bits nicht  auf  0 gesetzt sind, mssen wie
  komprimierte Bytes behandelt werden.

Beispiele:  Die Bytefolge 'C4 FE' gibt  eine komprimierte Zeile an und wird
  als  'FE FE FE FE'  dekodiert.  Die  '13' bleibt als unkomprimiertes Byte
  bestehen,  da die Bits 6 und 7  nicht gesetzt sind. Die Bytefolge 'C1 C9'
  ist  wiederum als komprimierte Pixelzeile zu  lesen. Hier wird jedoch nur
  das  einzelne  Bitmuster  'C9'  verschlsselt,  da  Zahlen  ab  64  nicht
  unkomprimiert  gespeichert werden drfen. (denn dort sind die Bits 6 und/
  oder 7 gesetzt)

                       ---+--+-++-+++++++-++-+--+---

Grafikformat: Portable Network Graphics (Ping)

Dateiendung: PNG

Farbtiefe:  Das  Format untersttzt Graustufenbilder mit  1, 2, 4, 8 und 16
  Bit pro Pixel. Bei Farbbildern mit Palette sind 1, 2, 4 und 8 Bit und bei
  TrueColor-Bilder  ohne  Palette sind 24 und  48 Bit pro Pixel zugelassen.
  Auerdem kann ein Alpha-Kanal mit bis zu 16 Bit gespeichert werden.

Geschichte:   Als  das  weitverbreitete  GIF-Format  im  Jahre  1995  durch
  Lizenzrechte geschtzt wurde, war es Zeit fr ein neues, besseres und vor
  allem freies Grafikformat. Entwickelt von der 'PNG Development Group' und
  verbreitet  von der W3-Organisation setzt  sich das Format langsam durch.
  Alle   aktuellen   Grafikprogramme  knnen   PNG-Dateien  laden  und/oder
  speichern.  Und fr  Internet-Browser, die das  Format noch nicht kennen,
  gibt es verschiedene Plug-Ins.

Kompression: Das PNG-Format benutzt eine sehr gute, verlustfreie Kompressi-
  on, die auf einem modifizierten LZ77-Algorithmus basiert. Oft erreicht es
  bessere  Kompressionsraten als GIF.  Die entsprechende PNG-Datei ist dann
  5%  bis 25% kleiner. Im Extremfall kann  es aber auch vorkommen, dass die
  PNG-Datei mehr als doppelt so gro wie die vergleichbare GIF-Datei ist.

  Wichtig  fr die Strke der Kompression  sind die sogenannten Filter. PNG
  kennt fnf verschiedene: None, Sub, Up, Average und Path. 'None' bedeutet
  aber  nicht,  dass die  Bilddaten  unkomprimiert  sind!  Die  Filtertypen
  beziehen  sich  allein  auf  die  Art  der  Kompression:  Wie  werden die
  Bildpunkte  miteinander  verrechnet?  (None=Bildpunkte werden unverndert
  bearbeitet,   Sub=die   Differenz  zum   vorhergehenden   Bildpunkt  wird
  gespeichert,   Up=die  Differenz  zum   darberliegenden  Bildpunkt  wird
  gespeichert,  Average=der  linke und obere  Bildpunkt wird zur Berechnung
  des  aktuellen  Punktes verwendet,  Path=der aktuelle Bildpunkt berechnet
  sich aus den drei Punkten links, oberhalb und links oben)

  Welcher Filter die besten Ergebnisse liefert, hngt vom Inhalt des Bildes
  ab. Hier hilft nur Ausprobieren. Einige Programme (z.B. der PhotoShop auf
  dem  Macintosh) suchen sich selbst den  besten Filter aus. Hierzu mu man
  die Option 'Adaptive' auswhlen.

Qualitt: Die PNG-Kompression arbeitet immer ohne Qualittsverlust.

Transparenz:  PNG-Bildern knnen - hnlich  wie GIF - teilweise transparent
  sein.  Die  Mglichkeiten dazu  sind allerdings wesentlich umfangreicher:
  Bei  Graustufen-  und  TrueColor-Bilder  kann  eine  einzelne  Farbe  als
  transparent  definiert werden. Bei Farbbildern mit Palette kann fr jeden
  Paletteneintrag  ein getrennter Transparenzwert von  0 bis 255 festgelegt
  werden.  Die meisten Mglichkeiten (und  den hchsten Platzbedarf) bietet
  ein  optionaler  Alphakanal. Dabei werden  fr  jeden einzelnen Bildpunkt
  gesonderte  Transparenzwerte festgelegt, die eine  Genauigkeit von 8 oder
  sogar 16 Bit annehmen knnen.

Animation: Damit PNG als Nachfolger von GIF akzeptiert wird, darf natrlich
  eine  der  wichtigsten Funktionen nicht fehlen: Animation.  Und auch hier
  bietet  PNG  mehr  Mglichkeiten  als GIF.  So  werden  die Teilbilder in
  Abhngigkeit  voneinander  komprimiert.  Damit  sind  wesentlich  bessere
  Kompressionsraten mglich als beim GIF-Format.

Interlaced:  Im Internet ist diese Funktion besonders wichtig. Das Bild ist
  bereits  grob erkennbar, selbst wenn nur  ein Bruchteil der Datei geladen
  wurde.  Bei PNG funktioniert auch das  besser als bei GIF:  Das Bild baut
  sich  nicht  zeilen- sondern blockweise auf.  So  kann man das endgltige
  Bild noch frher erkennen.

Weitere  Features: Die Spezifikationen von  PNG weisen viele Besonderheiten
  auf, die kaum ein anderes Bitmapformat bietet. Ein Vorteil ist beispiels-
  weise  die geringe Fehleranflligkeit. Jeder  Teil der PNG-Datei wird mit
  einer  eigenen  Checksumme  (CRC32) versehen  -  so sollte jedes Programm
  sofort  erkennen,  wenn  ein fehlerhaftes  Bild  vorliegt. Weiterhin sind
  folgende  Spezialitten  vorgesehen: Eine  Hintergrundfarbe fr das Bild,
  ein  Gamma-Wert, eine Histogramm-Tabelle (Wie  hufig kommt jede einzelne
  Palettenfarbe im Bild vor?),  Werte zur Farbkalibrierung,  ein ungleiches
  Seitenverhltnis  (z.B. 10x20 Pixel und trotzdem quadratisch),  unbliche
  Farbtiefen  (z.B. werden 5 Bit pro Pixel mit 8 Bit gespeichert, wobei die
  Bits  5-7 ignoriert werden),  zustzliche Textinformationen innerhalb der
  Datei (z.B. Titel, Author, Copyright usw.)  und der Zeitpunkt der letzten
  nderung.

Typische Software: Paint Shop Pro, QPV/386 und alle neueren Grafikprogramme

Interner Aufbau: Die ersten 8 Byte einer PNG-Dateien enthalten die Signatur
  89 50 4E 47 0D 0A 1A 0AH.  In  dieser Signatur  ist die Zeichenfolge  PNG
  enthalten und gleichzeitig bedeutet sie, da die Datei ein einzelnes Bild
  enthlt.  Der Rest der PNG-Datei ist in verschiedene Datenblcke (Chunks)
  aufgeteilt.  Diese Blcke besitzen immer  die selbe Struktur: Zuerst vier
  Bytes  mit  der  Lnge  des Datenbereiches,  dann  eine  vier  Byte lange
  Signatur  fr  den Chunk-Typ, dann die Daten  und  am Ende eine vier Byte
  lange  Checksumme.  Unterschieden  werden  kritische  Chunks  (der  erste
  Buchstabe  des Chunk-Typs ist gro)  und untergeordnete Chunks (der erste
  Buchstabe  ist  klein).  Diese  untergeordneten  Blcke  knnen eventuell
  bersprungen  werden,  wenn  das  Grafikprogramm  sie  nicht  kennt  oder
  bentigt.

  Fr  eine  genauere  Beschreibung des  PNG-Formates  fehlt mir leider die
  Zeit.  Dabei ist gerade dieses  Format fr Programmierer interessant. Wer
  Interesse hat, kann sich zum Beispiel im Internet reichlich Informationen
  besorgen. Oder er schreibt mir (bitte mit Rckporto) und bekommt dann auf
  Diskette  eine  vollstndige,  englische Dokumentation  ber  mehr als 90
  Seiten.

                       ---+--+-++-+++++++-++-+--+---

Grafikformat: Tag Image File Format

Dateiendungen: TIF, JTF (Tiff mit JPEG-Kompression)

Unterformate: Version 1.0 bis 6.0

Farbtiefe:  1 Bit schwarz/wei, 2, 4 oder 8 Bit mit Palette, 24 oder 32 Bit
  pro Pixel Truecolor

Beschreibung:  Das Tiff-Format (wrtlich: genormtes Format fr Bilddateien)
  wurde  von  der Firma Aldus  in  Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt.
  Hauptschlich   findet  es  beim  Datenaustausch  mit  DTP-  und  anderen
  Programmen Anwendung. Es wird ebenfalls von vielen Scannern standardmig
  benutzt. Das Format erlaubt wahlweise eine Komprimierung der Grafikdaten.
  Da jedoch dabei verschiedene Verfahren zum Einsatz kommen, gibt es hufig
  Probleme   beim   Austausch  von   komprimierten   Tiff-Dateien  zwischen
  verschiedenen Programmen und Computersystemen.

Kompression:   Tiff-Bilder   knnen  durch   viele  verschiedene  Verfahren
  komprimiert  werden. Die bekanntesten sind das unkomprimierte Tiff-Format
  (genau  wie  BMP) und die  sogenannte LZW-Komprimierung (vergleichbar mit
  GIF oder PNG).  Weiterhin sind folgende Typen mglich: Huffman RLE, Pack-
  bits,  Picio,  SGI-RLE, Fax CCITT Group 3  und Fax CCITT Group 4. (einige
  dieser Unterformate erlauben maximal 1 Bit Farbtiefe)  Ab der Version 6.0
  des Tiff-Formates wird sogar die JPEG-Komprimierung untersttzt.

  Wirklich  sinnvoll  anzuwenden  sind  lediglich  unkomprimierte  und LZW-
  komprimierte   Tiff-Bilder.   Erstere   wegen   ihrer   uneingeschrnkten
  Kompatibilitt:  Auch wenn ein Programm mit Kompression nicht klar kommt,
  knnen  unkomprimierte Tiff-Bilder praktisch immer importiert werden. Das
  zweite  sinnvolle Unterformat ist die LZW-Kompression. Diese dauert recht
  lange, bringt aber selbst bei verrauschten Fotos und Scans noch 20 bis 30
  Prozent Ersparnis.

Qualitt:  Fast alle Unterformate arbeiten ohne Qualittsverlust. Lediglich
  bei der JPEG-Kompression gehen Bildinformationen verloren. (siehe JPG)

Typische Software: Pagemaker, Designer, Photostyler, Tiff-Software

Interner Aufbau: Jede TIF-Datei beginnt mit einem 8 Byte langen Header:

  Header:        Offset   Bytes   Bedeutung
                 00H      2       Byte Order (II=Intel, MM=Motorola)
                 02H      2       Versionsnummer (immer 2AH)
                 04H      4       Kopfzeiger auf den Beginn des ersten IFD

  Die  Daten innerhalb der Tiff-Datei  knnen beliebig angeordnet sein. Der
  Bezug  darauf wird durch die IFDs (Image File Directory) vorgenommen. Ein
  IFD fungiert damit als Inhaltsverzeichnis und Header auf die eigentlichen
  Datenbereiche.  Beginnend  mit  dem Header  sind  alle  IFDs durch Zeiger
  verkettet. Ein solcher Block ist wie folgt aufgebaut:

  IFD-Block:     Offset   Bytes   Bedeutung
                 00H      2       Zahl der Eintrge
                 02H      12      Tag 0
                 0EH      12      Tag 1
                 ...      12      Tag n
                 ...      4       Zeiger auf den Beginn des nchsten IFD

  Die  Lnge  eines  IFDs ist variabel und  wird  durch die Anzahl der Tag-
  Eintrge bestimmt. Ein Tag ist eine aus 12 Byte bestehende Datenstruktur,
  die zur Aufnahme von Informationen ber die Bilddaten dient:

  Tag-Struktur:  Offset   Bytes   Bedeutung
                 00H      2       Tag-Typ
                 02H      2       Datentyp
                 04H      4       Lnge des Datenbereiches
                 08H      4       Zeiger auf den Datenbereich oder Wert

  An dieser Stelle mchte ich die Beschreibung des Tiff-Formates abbrechen,
  denn es wrde entschieden zu weit fhren, smtliche der ber 90 Tag-Typen
  und  die  12 Datentypen  hier zu  dokumentieren.  Der interessierte Leser
  findet detaillierte Informationen in der im Anhang genannten Literatur.

                   ---+--+-++-+++ Mad/OS +++-++-+--+---
                ---+--+-++-+++ November 1998 +++-++-+--+---
